Gemeinsam mehr bewegen

Unverzichtbare ­sachkundige Berater 
der Politik

Ohne unseren Einfluss sähe die Kliniklandschaft anders aus

Die zunehmend schwieriger werdenden Rahmenbedingungen des deutschen Gesundheitswesens erfordern eine kluge und weitsichtige ärztliche Vertretung. Die Ärztekammer Westfalen-Lippe ist eine moderne ärztliche Selbstverwaltung im Dienst der Gesundheit. Sie sorgt nicht nur für den innerärztlichen Zusammenhalt der mehr als 45.250 Ärztinnen, sondern hat auch die gesundheitliche Versorgung von gut acht Millionen Bürgern im Blick. Im Dialog mit Parlamenten, Parteien, Ministerien und Medien vertritt unsere Ärztekammer die Ärzteschaft nach außen. Dank ihrer Kompetenz in medizinischen und gesundheitspolitischen Fragen schafft sie sich in Stellungnahmen zu Gesetzentwürfen, Verordnungen und Ministerialerlassen einflussreich und fachkundig Gehör.

Als Delegierte des Marburger Bundes NRW/RLP engagieren wir uns in der Ärztekammer für eine sinnvolle Entwicklung der Versorgungsstrukturen – etwa in der Landesgesundheitskonferenz oder in regionalen Gesundheitskonferenzen. Unsere Ärztekammer hat die Umsetzung des 2013 verabschiedeten Krankenhausplans aktiv begleitet. Sie hat immer wieder auf Umsetzungspro­bleme hingewiesen, die sich aus den oft zu vagen Planvorgaben – wie etwa des Wegfalls der Teilgebietsplanung – ergeben haben. In diesem Jahr soll ein neuer Krankenhausplan erstellt werden.

Das nordrhein-westfälische Gesundheitsministerium hat eine Studie in Auftrag gegeben, in der die zugrundeliegenden Strukturen analysiert werden sollen, um Bedarf und Nachfrage zukünftig flächendeckend und mit guter Qualität besser abzustimmen. Die Ergebnisse der Analysen sollen in diesem Sommer veröffentlicht werden. Es geht nicht nur um eine systematische Erfassung des Ist-Zustandes, sondern auch um Handlungsempfehlungen für unsere Politiker für die Zukunft. Wir sind mehr als gespannt. Wir haben gute Gründe wirklich besorgt zu sein. Es ist zu befürchten, dass der beauftragte Gutachter eine drastische Reduzierung der Klinikzahl vorschlagen wird. Der federführend an dem Gutachten beteiligte Prof. Reinhard Busse hat bereits öffentlich geäußert, dass er sich gerne an dem Verhältnis der Einwohner- und Klinikzahl in Dänemark orientiert.

Er signalisierte das Aus für bundesweit 1.000 Kliniken. Das würde übertragen für NRW den Abbau von 210 der 280 Akutkrankenhäusern bedeuten. Die Reform der Krankenhausplanung wird in der nächsten Amtsperiode die größte Herausforderung unserer Ärztekammer bilden. Ein Kahlschlag ist nicht zu verantworten und würde nur mehr Probleme schaffen. In vielen ländlichen Bereichen stellen angesichts nicht besetzbarer Praxen nur noch die vorhandenen kleinen Kliniken die medizinische Versorgung sicher. Ökonomen und Wissenschaftler mögen mit Zahlen spekulieren, die unlauter sind – wir nicht. Es wird entscheidend vom Einfluss der gewählten Marburger Bund-Delegierten in der Ärztekammer abhängen, ob ökonomische Zwänge die medizinisch hochwertige und vor allem menschliche Patientenversorgung immer stärker in den Hintergrund drängen. Hier muss klarer denn je unser Credo lauten, dass die Qualität der Behandlung unserer Patienten im Krankenhaus am stärksten von der Weiterbildungsqualifikation und Zahl beschäftigter Ärztinnen und Ärzte abhängig ist.

Infolgedessen brauchen wir für Ärztinnen und Ärzte Personalanhaltszahlen, aus denen hervorgeht, wie viele Ärztinnen und Ärzte in einer Fachabteilung zur Aufrechterhaltung der Versorgung in guter Qualität mindestens erforderlich sind. So funktioniert aktive Qualitätssicherung und die liegt uns in der Ärztekammer seit Langem besonders am Herzen! Unser Arbeitskreis Krankenhausplanung bringt differenzierte Kenntnisse über medizinische Sachverhalte in Diskussionen mit dem Ministerium über Bedarfsplanung und strukturelle Entscheidungen im stationären Bereich und in der Notfallversorgung ein. Auch Themen wie Investitionsfinanzierung, Einzelförderung, Zentren-Bildung und die gesicherte Versorgung in der Fläche sind von uns konstruktiv, mit entsprechender Sachkenntnis beeinflusst worden.

Das geht aber zukünftig nur, wenn wir als Marburger Bund weiter aktiv berufspolitischen Einfluss nehmen können und die Interessen angestellter und beamteter Ärztinnen und Ärzte vertreten! Um unsere gemeinsamen Inte­ressen und Ziele in der nächsten Amtsperiode einfließen lassen zu können, brauchen wir einen starken Marburger Bund, nur so können wir verhindern, das andere allein über unseren ärztlichen Alltag entscheiden. Ihnen sei versichert, Niedergelassene würden in der Krankenhausplanung ganz andere Schwerpunkte setzen als wir. Mit Ihrer Stimme für den Marburger Bund stärken Sie uns für diese Aufgaben. Wir benötigen ein wirklich starkes Votum, damit wir uns für einen vernünftigen, besseren Krankenhausplan einsetzen können, denn die Erfahrung lehrt uns, niemand sonst wird dies für unsere Patienten und uns Klinikärzte tun.

DR. MED. ULRIKE BEITEKE
DR. MED. ULRIKE BEITEKE
Mitglied im Vorstand der ÄKWL, Vorsitzende des MB-Bezirks Dortmund
STEFANIE OBERFELD
STEFANIE OBERFELD
Mitglied im Vorstand der ÄKWL, Vorsitzende des MB-Bezirks Münster
DR. MED. HANS-ULRICH SCHRÖDER
DR. MED. HANS-ULRICH SCHRÖDER
Vorsitzender des ÄKWL-Arbeitskreises Krankenhausplanung, Mitglied im Vorstand der ÄKWL und des Marburger Bundes NRW/RLP
DR. MED. HANS-ALBERT GEHLE
DR. MED. HANS-ALBERT GEHLE
MB-Spitzenkandidat, Erster Vorsitzender des Marburger Bundes NRW/RLP