Gemeinsam mehr bewegen
04.06.2019

MB-Pressemitteilung

Einsatz von Honorarärzten in Krankenhäusern wird deutlich teurer

Dr. med. Hans-Albert Gehle: Wir brauchen mehr Studienplätze für Medizin

Köln/Kassel. Honorarärzte in einem Krankenhaus sind regelmäßig keine Selbstständige. „Mit diesem heutigen Urteil des Bundessozialgerichtes wird der Einsatz von Honorarärzten in Krankenhäusern deutlich teurer. Die Notwendigkeit, überhaupt Honorarärzte einzusetzen, verweist auf ein verschlepptes Problem, auf das wir als Marburger Bund seit vielen Jahren die Politik hinweisen: Hierzulande werden einfach viel zu wenige Ärztinnen und Ärzte ausgebildet. Wir brauchen wesentlich mehr Studienplätze, um unseren Bedarf an Ärzten zu decken“, unterstreicht Dr. med. Hans-Albert Gehle, erster Vorsitzender des Marburger Bundes NRW/RLP.

„In der Ära des Ärztemangels ist der Einsatz von Honorarärzten letztlich nur eine Flickschusterei. Eine Lösung der Problematik kann nur die Politik veranlassen. Immerhin stellt Nordrhein-Westfalen mit der bevorstehenden Gründung einer neuen Medizinischen Fakultät in Bielefeld mit 300 Studienplätzen, mit zusätzlichen 84 Studienplätzen an der Uni Witten/Herdecke und 25 weiteren an der Uni Siegen eine löbliche Ausnahme unter den Bundesländern dar.“

„Die Politik trägt die Verantwortung dafür, ob wir in Zukunft überhaupt noch unserer Patienten versorgen können“, mahnt Dr. med. Hans-Albert Gehle. Bedenklich sei, dass das deutsche Gesundheitswesen offenbar nur noch durch den Einsatz von Honorarärzte und zugewanderten Ärztinnen und Ärzten am Leben gehalten werden kann. Allein in NRW sind über 13.000 zugewanderte Kolleginnen und Kollegen in den Klinken tätig. Und über 5.000 Arztstellen in Krankenhäusern sind aktuell bundesweit immer noch nicht zu besetzen.

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